Marburger Kunstverein

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Schadenszeichen, 1996, Büttenpapier, ca. 150x140x130 cm.

Mit Papierarbeiten verbinden man Druckgraphik, Zeichnung, Collage oder Aquarell. Die Wenigsten würden in diesem Zusammenhang an Skulpturen in monumentaler Größe denken, wie etwa an die vier überdimensionalen Löwenkopffragmente von Andreas von Weizsäcker. Als Inspirationsquelle und Vorlage diente ihm die Löwenquadriga des Münchener Siegestores, die während der Restaurierungsarbeiten im Hof des Münchener Stadtmuseums abgestellt war.
Die eigens dafür geschöpften Papierbögen werden im noch feuchten Zustand auf die Löwenköpfe gelegt. Daraufhin streicht der Künstler mit den Fingern das Papier nach, um so die Oberflächenstruktur des Löwenkopfs nachzuempfinden. Sobald die einzelnen Papierstücke trocken sind, werden sie punktuell mit einander verbunden, so dass eine fragmentarische Löwenkopffigur aus Papier entsteht. Als ausgehöhltes Fragment steht die Löwenquadriga auf einem Podest und erlaubt dem Besucher auch einen Blick in das Innere zu werfen. Die bräunliche Farbe der Objekte erinnert sowohl an die Farbigkeit des Löwen selbst als auch an trockenes und sprödes Leder. Das fragile Material Papier wird zum Zeichen eines historischen Denkmals, ein Zeitzeuge für die Ewigkeit umgesetzt im Material der Vergänglichkeit.

Vorschaubild Schadenszeichen, 1996, Büttenpapier, ca. 150x140x130 cm. Der grafische Link verweist auf das Bild in Originalgröße in einem neuen Fenster
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