Marburger Kunstverein

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Henry Meyric Hughes, 2004, gebrannter Ton, engobiert, Reisstrohhut, 160x50x60 cm.

Dargestellt ist eine etwa 160 cm große Figur eines Mannes. Die Figur trägt einen Strohhut, eine schwarze Hose sowie schwarze Schuhe; der Oberkörper ist unbekleidet. Bis auf die Kopfbedeckung sind die Figur und ihre Bekleidung in Ton modelliert und farbig gefasst.
Die Körperhaltung der Figur ist entspannt, die Schultern hängen durch, der Kopf ist leicht nach unten gebeugt und die Hände verschwinden in den Hosentaschen. Es scheint, als sei die dargestellte Person ein nachdenklicher Urlauber. Tatsächlich handelt es sich aber um den wohl bekanntesten Kurator und Kunstkritiker der Welt: Henry Meyric Hughes. Der Mann, der durch seine Äußerungen die Welt der Kunst beeinflusst und so manchen Künstler entblößt, wird hier selbst enthüllt und zur Schau gestellt.

Vorschaubild Henry Meyric Hughes, 2004, gebrannter Ton, engobiert, Reisstrohhut, 160x50x60 cm. Der grafische Link verweist auf das Bild in Originalgröße in einem neuen Fenster

Courtesy Galerie Voss

Wibke von Bonin, 2005, gebrannter Ton, engobiert, 140x50x60 cm.

Die 140 cm hohe Frauenskulptur stellt die bekannte deutsche Kunsthistorikerin und Fernsehredakteurin Wibke von Bonin dar. Sie trägt ein rotes Kleid, schwarze Stiefel und einen schwarzwälder Bollenhut. Während sie einen Schritt nach vorne macht, dreht sie den Oberkörper nach rechts, als sei sie in ein Gespräch verwickelt und im Begriff zu antworten. Auf ihrer rechten Schulter sitzt ein kleiner Affe, der sie und den Betrachter anschaut.
Das moderne sommerliche Kleid und der schwere und traditionsbehaftete Bollenhut stehen im Kontrast zueinander, so als wolle die Künstlerin darauf hinweisen, dass diese Person ein Bindeglied zwischen Tradition und Moderne repräsentiert. Das Äffchen symbolisiert dabei das Medium Fernsehen, welches der Fernsehredakteurin als Vermittler für zeitgenössische Kunst dient.

Vorschaubild Wibke von Bonin, 2005, gebrannter Ton, engobiert, 140x50x60 cm. Der grafische Link verweist auf das Bild in Originalgröße in einem neuen Fenster

Courtesy Galerie Voss

Annely Juda, 2002, gebrannter Ton, engobiert, Modeschmuck, 140x55x60 cm.

Die dunkelhäutige nackte weibliche Figur ist mit einer Art Schürze bekleidet. Sie trägt einen Fisch auf dem Kopf und eine Kette um den Hals. Die 140 cm große Frau ist im klassischen Kontrapost abgebildet, als stehe sie Modell. Sie legt die linke Hand auf der Hüfte ab, während sie mit der Rechten einen Fisch auf ihrem Kopf stützt, den sie gleichzeitig zur rechten Seite dreht. So schaut sie am Betrachter vorbei, ja ignoriert ihn gar.
Die karge Bekleidung der Frau scheint die Tracht einer afrikanischen Ureinwohnerin zu sein. Diese Annahme wird auch durch die dunkle Haut der Frau bestätigt. Allerdings ist hier die englische Galeristin Annely Juda dargestellt, die sich seit mehr als vierzig Jahren in der Kunstszene engagiert und die Kunstwelt beeinflusst. Eigentlich ist sie diejenige, die neue Künstler und Ideen entdeckt und durch Ausstellungen an die Öffentlichkeit bringt. Hier ist sie selbst als Kunstwerk inszeniert und als Exotin zur Schau gestellt.

Vorschaubild Annely Juda, 2002, gebrannter Ton, engobiert, Modeschmuck, 140x55x60 cm. Der grafische Link verweist auf das Bild in Originalgröße in einem neuen Fenster

Courtesy Galerie Voss

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